Die Wiederkehr des Schattens

Drei Fotografien, ein Material — und der Unterschied liegt im Schatten. Die meiste Fotografie dieser Saison ist überleuchtet. Nicht aus Können, sondern aus Angst. Es gibt einen Moment in dieser Komposition, an dem alles innehält. Der Schatten ist nicht das Fehlende — er ist das, das hält. In digitaler Bildbearbeitung gibt es ein Prinzip: „Nichts…

Die Wiederkehr des Schattens

Drei Fotografien, ein Material — und der Unterschied liegt im Schatten.

Die meiste Fotografie dieser Saison ist überleuchtet. Nicht aus Können, sondern aus Angst.

Es gibt einen Moment in dieser Komposition, an dem alles innehält. Der Schatten ist nicht das Fehlende — er ist das, das hält.

In digitaler Bildbearbeitung gibt es ein Prinzip: „Nichts verliert.“ Jeder Pixel wird gerettet, wenn möglich. Aber Bildsprache braucht Verlust. Sie braucht das, das nicht gezeigt wird.

Die Überbelichtung dieser Saison ist eine Versicherung gegen Kritik. Wenn jeder Pixel sichtbar gemacht wird, kann niemand sagen, dass etwas vergessen wurde. Das ist keine Position. Das ist Angst, die sich als Technik tarnt.

Ein Bild braucht Schatten, damit die belichteten Bereiche atmen. Bis dieser Gedanke zurückkommt, sieht die Fotografie müde aus.

— M.